Was ist ein "Mini-Gastric-Bypass"

Was ist ein „Mini-Gastric-Bypass“?

 Medizinische Begriffe erlärt Symbolbild

Der sogenannte „Roux-en-Y-Bypass“ gilt unter den Magenoperationen gegen Adipositas als „Goldstandard“. Seine Wirksamkeit ist über Jahrzehnte belegt und in umfangreichen Studien bestätigt. In den letzten Jahren sind neuere Operations-Techniken eingeführt worden, deren Wirkungsweise zwar evident ist, für die es jedoch bisher noch keine Langzeit-Resultate gibt.

Neben dem „Schlauchmagen“ ist heute vor allem der „Mini-Gastric-Bypass“ (MGB) oder kurz „Mini-Bypass“ im Gespräch als eine „einfachere“, „schnellere“ und „günstigere“ Variante des Magen-Bypass. Worum geht es dabei?

Beim Roux-en-Y-Bypass wird unterhalb der Speiseröhre eine kleine Magen-Tasche (Pouch) abgetrennt. Dann wird der Dünndarm in einer gewissen Distanz zum Magen durchtrennt und der untere Teil an einem künstlichen Pouch-Ausgang befestigt, während der obere Teil des Dünndarms, der aus dem Rest-Magen wegführt und die Verdauungssäfte transportiert, weiter unten wieder mit dem unteren Teil des Darms verbunden wird, wodurch ein „Y“ entsteht.

Im Unterschied dazu wird beim Mini-Gastric-Bypass unterhalb der Speisröhre ein kurzer, dünner Schlauch vom Magen abgetrennt (wie beim Schlauchmagen). Dieser schlauchförmige Teil wird mit einer Schlaufe des Dünndarms (etwa anderthalb Meter nach dem Magen-Ausgang) verbunden, jedoch ohne dass der Dünndarm durchtrennt wird. Dadurch entsteht ebenfalls ein Bypass-Effekt.

Diese Technik erfordert weniger chirurgische Manipulation, sie benötigt weniger Operationszeit (ca. 30-60 Minuten) und soll insgesamt „günstiger“ sein (die Patienten können nach 24 Stunden entlassen werden). Da es aber mit dieser Operationsform noch weniger Erfahrungen gibt, sind viele Ärzte zurzeit skeptisch. In einer vergleichenden Studie zwischen RYGB und MGB wurde festgestellt, dass in einem zweijährigen Follow-up bezüglich der therapeutischen Wirkung keine Unterschiede zwischen den beiden Operationstechniken auftraten.

(SAPS – aufgrund div. Quellen: American Society for Metabolic and Bariatric Surgery / Annals of Surgery, e.a.)

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